Akustik- und Audiokonzepte

Überblick

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit einigen grundlegenden Audio- und Akustikkonzepten, zum Beispiel Nachhall und allgemeinen Faustregeln für die Raumeinrichtung. Die Informationen sollen Ihnen helfen, Ihre Technologie so zu implementieren, dass in Ihrem Bereich ein optimales Benutzererlebnis entsteht.

In diesem Artikel:

Informationen zu den Themen Audioverarbeitung und akustische Echounterdrückung sowie Details zu Zoom Rooms und der technischen Verarbeitung finden Sie unter Zoom Rooms Audio Guidelines (Audiorichtlinien für Zoom Rooms).

Akustik (Probleme mit Nachhall)

Die Akustik ist für jeden Konferenzraum ein sehr wichtiger Aspekt. In Räumen mit Nachhall ist die Tonqualität grundsätzlich schlechter und Konferenzteilnehmer sind schwieriger zu verstehen. Durch eine geeignete Behandlung (d. h. das Hinzufügen von weichen und unebenen Oberflächen) können die Mikrofone die Audioquelle direkter erfassen. Außerdem werden eventuell im Raum vorhandene Klangartefakte reduziert. Sie entstehen durch Nachhall, der von harten Oberflächen wie Wänden, Decken, Glasfenstern oder Konferenzraumtischen verursacht wird.

Die Nachhallzeit RT60 ist die Zeitspanne, in der ein Dauerton nach seinem Abschalten um 60 dB abfällt. Als Faustregel gilt: Die RT60-basierte Nachhallzeit sollte nicht mehr als 0,5 Sekunden betragen.

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Wenn die Nachhallzeit in einem Bereich 0,5 Sekunden überschreitet, kann eine andere Berechnung zur Raumbehandlung herangezogen werden. Beispiel: In einem Raum mit einer durchschnittlichen Deckenhöhe sollten 40 % der Nettobodenfläche mit schalldämpfenden Lösungen behandelt werden, und/oder es sollten in diesem Bereich keine harten Oberflächen vorhanden sein.

Es gibt zahlreiche schalldämpfende Lösungen zur Reduzierung von Nachhall in Räumen, darunter Akustikverkleidungen und Schalldecken. Der Einsatz solcher Materialien kann jedoch je nach Ausmaß des Behandlungsbedarfs kostspielig werden. Bevor Sie sich an einen spezialisierten Anbieter wenden, sollten Sie sich überlegen, welche weichen Objekte Sie selbst zu dem problematischen Bereich hinzufügen könnten. Das können Bücherregale sein, weiche Sitzgelegenheiten, Teppiche, Bildleinwände oder Pflanzen. Sie alle helfen bei der Dämpfung von Nachhall.

Signal-Rausch-Verhältnis (laute Räume)

Das Signal-Rausch-Verhältnis ist das Verhältnis zwischen dem Grundrauschen (oder der Umgebungslautstärke im Raum) und der tatsächlichen Lautstärke des erwünschten Audiosignals, das erfasst und übertragen werden soll. Im Idealfall beträgt das Grundrauschen in einem Bereich nicht mehr als 40 dB SPL (A-gewichtet). Wenn wir davon ausgehen, dass eine normale Sprechstimme ungefähr 70 dB SPL (A-gewichtet) hat, ergäbe sich ein Signal-Rausch-Verhältnis von 70 db minus 40 db, also 30 dB. Ein Raum mit einem solchen Wert wäre optimal für Konferenzen.

Das Grundrauschen in einem Konferenzraum kann durch verschiedene Dinge beeinflusst werden, zum Beispiel Klimaanlagen, Fahrstühle, Gebäudemechanik, Verkehrslärm, Züge oder Flugzeuge. Auch in Großraumbüros, in denen viel gesprochen wird, oder auf dem Börsenparkett ist das Grundrauschen höher. Was können Sie in solchen Fällen tun? Nutzen Sie bei der Raumgestaltung schalldämpfende und schalldämmende Materialien, um etwaigen Problemen vorzubeugen:

Solche Materialien sind die beste Methode zur Verkleinerung des Signal-Rausch-Verhältnisses eines Raumes.

Mikrofongrundlagen

Mikrofone erfassen Energie und wandeln sie in Energie anderer Form um. Energieumwandelnde Geräte dieser Art nennt man daher auch Wandler. In unserem Fall wird akustische Energie (Schallenergie) in elektrische Energie umgewandelt, wobei digitale Daten generiert werden.

Bei der Mikrofonkonfiguration haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  1. Alle Mikrofone sind Teil des Hörerlebnisses im Raum, wobei einige zur Optimierung des Erlebnisses eingesetzt werden.
  2. Die Präsentationsmikrofone werden für die lokale Stimmanhebung (Voice Lift) und als primäre Audioquelle im Konferenzsystem priorisiert. In diesem Szenario können zusätzliche Raummikrofone zum Einsatz kommen.
  3. Eine Kombination aus den beiden oben genannten Konfigurationen. Sie wird vor allem in Sitzungssälen verwendet, in denen jedem Teilnehmer ein langes Schwanenhalsmikrofon zur Verfügung steht. Bei einem solchen Setup gilt die 3-zu-1-Regel: Der relative Abstand zwischen den Mikrofonen sollte das Dreifache des Abstands zwischen Teilnehmer und Mikrofon betragen. Dieses Modell ist recht aufdringlich und inzwischen etwas aus der Mode gekommen.

Im Allgemeinen soll das Videoerlebnis nahtlos und „unsichtbar“ sein – die Teilnehmer sollen nicht einmal wissen, dass die Technologie da ist.

Dank neuer Array-Mikrofone mit effektiverer Richttechnologie lässt sich die Mikrofonerfassung heute vereinfachen und präziser regeln. Die Teilnehmer sind sich der Mikrofone nicht bewusst und fühlen sich wohler (die meisten Menschen mögen keine Mikrofone in ihrer Nähe).

Lautsprechergrundlagen

Lautsprecher sind ebenfalls Wandler: Sie wandeln elektrische Energie wieder in akustische Energie um, sodass wir die digitalen Daten „hören“ können. In gewisser Hinsicht können Sie sich Lautsprecher wie den Mund eines Videoteilnehmers vorstellen.

In der Vergangenheit war in der Regel das Konferenztelefon in der Mitte des Tischs das Zentrum der Aufmerksamkeit. Daraus haben sich Raumgestaltungen entwickelt, bei denen ein All-in-one-System aus Lautsprecher und Mikrofon auf dem Tisch aufgestellt wird und die Videoteilnehmer an der Wand angezeigt werden. Ein solches Setup wird als unnatürlich empfunden, doch muss das All-in-one-System aus Mikrofon und Lautsprecher in den meisten Fällen diese Doppelfunktion übernehmen, damit es richtig funktioniert – denn Geräte dieser Art (z. B. Poly Trio, Crestron Mercury oder Logi Group) haben einen eigenen integrierten Prozessor.

In vielen Zoom-Anordnungen werden die Lautsprecher möglichst nah bei den Videoteilnehmern platziert, da sich die Aufmerksamkeit dort fokussiert. Immerhin kommunizieren Sie mit der Person auf dem Bildschirm, oder besser gesagt mit der von einer Kamera wiedergegebenen Reproduktion dieser Person. Die Technologie wird praktisch unsichtbar.

Damit das gelingt, müssen Sie eine natürliche Umgebung schaffen. In kleinen Meetingräumen liefert eine All-in-one-Soundbar mit Mikrofon und Kamera guten Ton. In einem Standardkonferenzraum empfiehlt sich eine professionelle Soundbar, die in der Nähe der Displays installiert wird. In größeren Konferenzräumen liefert das Soundsystem möglicherweise nicht im gesamten Bereich gleichmäßige Klangqualität, was problematisch sein kann. In sehr großen Systemen ist es vorzuziehen, den Ton so zu verteilen, dass alle Teilnehmer unabhängig von ihrem Sitzplatz gut hören können (ohne große Lautstärkeschwankungen).

Spezialisten für Akustikbehandlung

Hier haben wir eine kurze Liste von Unternehmen für Sie zusammengestellt, die Ihnen helfen können, Ihren Raum optimal für Zoom Rooms vorzubereiten.

USA

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EMEA

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APAC

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Wenden Sie sich gern direkt an diese Anbieter, um sich beraten zu lassen.